Docker für Einsteiger – Container verstehen und nutzen
Du willst Anwendungen schnell, portabel und stabil ausführen, ohne dich mit „läuft auf meinem Rechner“-Problemen herumzuschlagen. Genau dabei hilft Docker. Mit Containern packst du eine App inklusive Abhängigkeiten in ein leichtes Paket, das überall gleich läuft – auf deinem Laptop, einem Server oder in der Cloud. In diesem Leitfaden bekommst du eine verständliche Einführung: Was Container sind, wie sie sich von VMs unterscheiden, welche Begriffe du kennen solltest und wie du in wenigen Minuten deine ersten Container startest.
Was sind Container – und wie unterscheiden sie sich von VMs
Container sind isolierte Prozesse, die sich den Kernel des Host-Systems teilen. Du kapselst nur das, was deine Anwendung wirklich braucht – Bibliotheken, Laufzeit, Konfiguration. Eine virtuelle Maschine bringt dagegen ein komplettes Gastbetriebssystem mit. Container sind deshalb leichter, starten in Sekunden und verbrauchen weniger Ressourcen. Für dich heißt das: schnelleres Testen, reproduzierbare Umgebungen und einfachere Übergabe vom Entwicklungsrechner in den Betrieb.
Warum Docker – die Vorteile auf einen Blick
Mit Docker bekommst du Portabilität durch Images, Schnelligkeit durch Layering und Wiederholbarkeit durch Dockerfiles. Teams profitieren von einheitlichen Umgebungen, weniger „Works on my machine“-Momenten und automatisierten Pipelines. Für Einsteiger besonders wichtig: Du kannst jederzeit einen sauberen Zustand herstellen, indem du Container neu erstellst, statt sie mühsam zu reparieren.
Installation und die wichtigsten Komponenten
Unter Windows und macOS nutzt du Docker Desktop. Auf Linux installierst du die Docker Engine über die Paketverwaltung. Nach der Installation stehen dir zwei Werkzeuge zur Verfügung: die Docker CLI für Befehle im Terminal und die Docker Daemon-Komponente, die Container verwaltet. Optional kommt Docker Compose dazu, wenn mehrere Dienste zusammen laufen sollen.
Grundbegriffe, die du kennen solltest
Image
Ein Image ist eine schreibgeschützte Vorlage für Container. Es enthält deine App und alles Nötige, um sie zu starten. Images bestehen aus Layern, was Speicher spart und Downloads beschleunigt.
Container
Ein Container ist eine laufende Instanz eines Images. Er hat ein Write-Layer für Änderungen zur Laufzeit. Du kannst Container jederzeit starten, stoppen, löschen und neu erstellen.
Dockerfile
Das Dockerfile ist eine Bauanleitung für Images. Du definierst, FROM welcher Basis du startest, COPY-st Daten hinein, RUN-st Installationsschritte und legst mit CMD oder ENTRYPOINT fest, was der Container ausführt.
Registry und Tags
Registries wie Docker Hub speichern Images. Mit Tags versiehst du Images mit Versionen, z. B. :1.0 oder :latest. Eindeutige Tags machen Builds nachvollziehbar.
Volumes
Volumes speichern persistente Daten außerhalb des Container-Write-Layers. So überleben Logs, Datenbanken oder Uploads das Neuerstellen eines Containers.
Netzwerke
Mit Docker-Netzwerken sprechen Container sicher miteinander. Standard ist bridge. Über Port-Mapping machst du Dienste von außen erreichbar, z. B. -p 8080:80.
Deine ersten Schritte mit Docker
Hello World – dein erster Start
Teste die Installation mit einem einfachen Lauf:
docker run hello-world
Docker lädt das Image und startet einen Container, der eine Begrüßung ausgibt. Funktioniert das, bist du bereit für echte Services.
Einen Webserver starten und erreichbar machen
Starte einen nginx-Webserver:
docker run -d -p 8080:80 nginx
Der Parameter -d startet im Hintergrund, -p 8080:80 veröffentlicht Port 80 des Containers auf Port 8080 deines Hosts. Rufe http://localhost:8080 auf und du siehst die nginx-Startseite. So einfach stellst du Dienste lokal bereit.
Daten dauerhaft speichern
Standardmäßig gehen Änderungen im Container verloren. Mit Volumes behältst du Daten:
docker run -d -p 8080:80 -v webdata:/usr/share/nginx/html nginx
Das Volume webdata hält deine Website-Dateien persistent. Auch wenn du den Container neu erstellst, bleiben sie erhalten.
Ein eigenes Image bauen
Lege eine Datei Dockerfile an und definiere deine App, zum Beispiel für Python:
FROM python:3.12-slim
WORKDIR /app
COPY requirements.txt .
RUN pip install -r requirements.txt
COPY . .
CMD ["python", "app.py"]
Baue und starte dein Image:
docker build -t meine-app:1.0 .
docker run -d -p 5000:5000 meine-app:1.0
Du hast jetzt deine eigene Anwendung in einem Container laufen – reproduzierbar und portabel.
Mehrere Dienste mit Docker Compose
Warum Compose sinnvoll ist
Viele Apps bestehen aus mehreren Komponenten – z. B. Web-App plus Datenbank. Docker Compose beschreibt so ein Setup in einer YAML-Datei und startet alles mit einem Befehl. Das erhöht Übersicht und Wiederholbarkeit.
Ein minimales Beispiel verstehen
services:
web:
image: meine-app:1.0
ports:
- "5000:5000"
depends_on:
- db
db:
image: postgres:16
environment:
- POSTGRES_PASSWORD=geheim
volumes:
- pgdata:/var/lib/postgresql/data
volumes:
pgdata:
Mit docker compose up -d starten beide Dienste. depends_on sorgt für die richtige Reihenfolge, volumes speichern Daten persistent.
Netzwerke, Sicherheit und gute Praxis
Ports, Umgebungsvariablen, Secrets
Veröffentliche nur die Ports, die du wirklich brauchst. Lege Konfiguration als Umgebungsvariablen fest und halte Secrets wie Passwörter außerhalb des Images – z. B. über Docker Secrets oder einen Secrets Manager.
Least Privilege und kleine Images
Nutze nicht-root-User im Container, wenn möglich. Setze auf schlanke Basisimages wie alpine oder -slim, um Angriffsfläche und Downloadgröße zu reduzieren. Aktualisiere Images regelmäßig, um Sicherheitsfixes mitzunehmen.
Logs und Beobachtbarkeit
Docker leitet Container-Logs standardmäßig an den Host weiter. Mit docker logs <container> behältst du den Überblick. In produktiven Umgebungen leitest du Logs an zentrale Systeme weiter und überwachst Ressourcen wie CPU, RAM und Restart-Counts.
Häufige Fehler – und wie du sie vermeidest
Viele Probleme entstehen durch fehlende Ports, keine Volumes oder harte Pfade im Code. Prüfe zuerst, ob der Container läuft, ob die Ports gemappt sind und ob die Logs Hinweise geben. Bei Build-Problemen hilft es, Layer zu prüfen und große Dependencies zu cachen. Wenn etwas gar nicht will, lösche testweise Container und Images und starte sauber neu – Reproduzierbarkeit ist die Stärke von Docker.
Nächste Schritte – wohin geht die Reise
Wenn die Basics sitzen, kannst du Images in eine Registry pushen, CI/CD-Pipelines aufsetzen und Container in der Cloud betreiben. Für größere Setups lohnt der Blick auf Orchestrierung mit Kubernetes – doch die Docker-Grundlagen bleiben die Basis für alles Weitere.
Fazit
Mit Docker bekommst du einen einfachen, schnellen und verlässlichen Weg, Anwendungen zu paketieren und überall gleich zu betreiben. Du hast gelernt, was Images, Container, Volumes und Netzwerke sind, wie du einen Webserver startest, Daten persistierst, eigene Images baust und mit Compose mehrere Dienste orchestrierst. Starte klein, halte deine Dockerfiles sauber und nutze Volumes sowie Port-Mappings bewusst – dann wirst du schnell sicher im Umgang mit Containern.



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